HVE-Damen wollen zum Überraschungsteam werden

Der Umbruch ist eng mit einer Personalie verknüpft, die selbst gar nicht spielt. Tobias L. heißt der neue Mann auf der Trainerbank der HVE. Er beerbt Aufstiegstrainerin Anja B., die aus beruflichen Gründen ihr Amt zur Verfügung stellte.

L. kommt von den Landesliga-Damen des TV Unna, die er die letzten beiden Jahre betreut hat. Er spielte selbst bis 2005 unter anderem in Herne und Oberaden in der Verbandsliga, ehe er sich das Kreuzband riss. Der Kontakt zur HVE besteht schon seit dem Beginn der vergangenen Saison.

„Thorsten G. hatte damals schon mal angefragt, aber da hatte ich in Unna schon zugesagt. Zur neuen Saison wollte ich mich mal verändern und raus aus dem Kreis Hellweg. Da passt es ganz gut, dass der Kontakt schon bestand. Zudem arbeite ich in Schwerte und kenne mich deshalb ein wenig mit der Sportlandschaft hier aus“, erklärt der 43-Jährige seinen Wechsel.

Somit weiß er auch um das wenig rühmliche Abenteuer Landesliga der HVE vor zwei Jahren, das mit dem direkten Wiederabstieg endete. Doch der neue Mann stellt klar, dass er sich nicht nur ein Jahr lang die Landesliga-Hallen von innen anschauen will: „Absteigen würde ich ungerne und wir werden auch alles dafür tun, dass es nicht so kommt. Aber wir müssen natürlich realistisch sein – der Mannschaft brechen einige wichtige Stützen weg.“

Diese Stützen sind Sandra B. und Steffi K. , die ihre Handballschuhe an den Nagel hängen sowie Sandra B., mit der aufgrund einer Rückenverletzung auch nicht mehr zu planen sein wird. „Da geht einiges an individueller Qualität verloren. Ich denke, wir können das kompensieren, haben eine gute Mischung aus wurfstarken und spielerisch starken Spielerinnen“, beschreibt L. sein Vorhaben, eine junge, hungrige Mannschaft zu formen.

Denn den drei Abgängen stehen drei Externe Neuzugänge sowie sechs Spielerinnen aus der A-Jugend, die mit Doppelspielrecht ausgestattet werden, gegenüber. Aus Unna folgten Liedschulte Lena S. und Malin L. Dazu kommen Hella H. aus der A-Jugend der SG Iserlohn-Sümmern sowie Nina G., Gianna K., Lina B., Ronja K., Julia A. und Charlotte S. aus der eigenen Jugend. „Insgesamt haben wir mit Sicherheit einen landesligatauglichen Kader. Die Mädels haben alle Bock und ziehen mit“, analysiert L.

L. kennt sich aus

Einen großen Vorteil haben die HVE und ihr Coach: Er kennt viele Teams noch aus seiner Zeit in Unna, während die Villigst-Ergsterinnen die große Unbekannte der Liga sind. „In der Bezirksliga gab es keinen elektronischen Spielbericht, wo man als gegnerischer Trainer schon die eine oder andere Information rausziehen konnte“, erklärt L. Klingt nach einer harten Vorbereitung für seine Spielerinnen – doch so muss es wohl sein, wenn man am Ende die Überraschungsmannschaft sein will.

Quelle: ruhrnachrichten.de
Foto: Bernd P.


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