ABBA bringt ein neues Album raus und die HVE verliert – Zufall? HTV Hemer 1 – HVE mD2 ➟ 18:12 (7:7)

Am Sonntag mussten die 2011er Jungs der Handballvereinigung Villigst-Ergste zur Erstvertretung der Handballer der Turnvereine Hemers, kurz HTV Hemer. Dass sich die Hemeraner ihrer Sache nicht so sicher waren und ein „Waterloo“ befürchteten, sah man daran, dass nicht im Grohe Forum gespielt wurde, sondern in der Parkstraße. Man hatte wohl schon viel von den jungen Wilden auf dem Platz und den Jungengebliebenen auf der Tribüne gehört und hatte Angst, dass bei einem Sieg der HVE, das komplette Grohe Forum von Kindersekt gereinigt und in Stand gesetzt werden müsste.

Beim Betreten der Halle dachten alle „Mamma Mia“ und rieben sich die Augen. Es stellte sich heraus, dass nicht nur der gegnerische Trainer unseren Coach Tönnies in Sachen Körperlänge und -masse in den Schatten stellte, sondern jeder, der im HTV Trikot auf dem Platz stand, war größer und älter als unsere Jungs. Blitzschnelle Recherchen durch Trainer Schulze, der körperlich nicht anwesend, aber wieder live zugeschaltet war, ergab, dass es sich um eine reine 2009er Mannschaft handelte. Also Altjahrgang D-Jugend, gespickt mit Auswahlspielern der hiesigen Kreisauswahl Jahrgang 2009. Beendet wurde die Schalte zum Coach Schulze mit dem schwedischen Zitat „I have a dream“ und das hatte Coach Tönnies insgeheim auch…

Die Vorgabe nach dem Motto „knowing me, knowing you“, also sich auf die eigenen Stärken zu verlassen, ging zu Beginn zunächst auf. Wir warfen das erste Tor und mussten die Führung erst in der 13. Minute abgeben. Jeder Ball war hart umkämpft, vorn wie hinten.

„Einfache Tore“ gab es in der ersten Halbzeit gar nicht, so dass sich keine Mannschaft absetzen konnte.

Zur Pause stand es 7:7, was die Kräfteverhältnisse tatsächlich widerspiegelte.

Nach der Pause rächte es sich dann doch, dass die Eltern der 2011er Jungs im Vorfeld die neue Scheibe von ABBA rauf und runter gehört hatten. So war natürlich keine adäquate Vorbereitung möglich. Sogar auf der Hinfahrt nach Hemer sollen die Klänge der schwedischen Band noch geflötet worden sein… War klar, dass das nicht gut gehen kann.

Bis zur 27. Minute konnten wir das Spiel ausgeglichen gestalten und es stand 9:9. Dann warfen wir 8 Minuten lang kein Tor. Wenn man schon kein Glück hat, kommt bekanntlich auch noch Pech dazu. Treffer ans Aluminium, verworfener 7m-Würfe und dreifach Innenpfosten spielten den jungen HVElern übels mit. Ellbogen krachten gegen Jochbeine, Schädel gegen Schädel und Hüftknochen auf den Hallenboden. Es sah mehr nach „Crash! Boom! Bang!“ (übrigens auch schwedisch) aus, als nach Handball.

Es war wie im Treibsand – wer mehr strampelt, sinkt tiefer. Auf einmal hatten die Hemeraner selbst auch erkannt, dass sie wirklich 2 Jahre älter und mindestens einen Kopf größer waren und spielten das skrupellos aus – frei nach dem Motto „the Winner takes it all“.

Für die schlauen Sprüche des Trainers – besonders nach einem solch aufreibenden Spiel – kann man sich bekanntlich nichts kaufen. Dafür benötigt man ja auch „money, money, money“.

Dafür war der Applaus, der von den zahlreichen mitgereisten Fans und auch von den beeindruckten Heimfans aus Hemer auf die wacker kämpfenden Jungs herunterschwappte, ein Wohltat für die kleinen geschundenen Handballer, die in der Kabine und bei der Abreise schon wieder lächeln konnten.

Es kämpften aufopferungsvoll: Alexander K., Mats, Levi, Theo, Luke, Vincent, Faris, Oskar, Eike, Milan, Alexander R.


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