Das (wirklich wahre) Märchen über die Entstehung der Koordinationswettkrämpfe

Es war an einem kalten Wintertag 2003, tief im verschneiten Allgäu. Die Landesliga-Herren des SV 1880 München mühten sich nach Kräften gegen den Tabellenführer aus Dietmannsried, als Trainerlegende Dusko Posnic in der Halbzeitansprache der Kragen platzte: „Ihr bewegt euch so schlecht!! Nur der Jaaaan (mit kroatisch-bayrisch seeeeehr langem Dehnungs-A) ist so schön…“ — Es folgte eine peinlich lange Pause, die erstmal keiner in der Kabine so recht interpretieren konnte (oder wollte). Dann folgte: „…kohordiniert!“ Er sagte wirklich „Kohordiniert“. Allen Spielern dämmerte, dass Kohordination wohl ein wichtiger Bestandteil des jugoslawischen Handballspiels sein musste, wenn man durch bloße Kohordination dem sehr berechtigten Halbzeit-Anschiss entgehen konnte.

Das hat sich herumgesprochen. Seit einigen Jahren werden ganze Spieltage der Jugendhandballer in der E-Jugend komplett dem seinerzeit aus dem Balkan importierten Thema der Kohordination gewidmet. So auch mal wieder am Wochenende in Menden. Die E3-Jungs der Ruhr Füchse kohordinierten sich also nach Herzenslust durch die Kreissporthalle und hüpften, prellten, warfen und krabbelten um die Wette mit den anderen Mannschaften der Kreisklasse. Der Ausrichterverein kohordinierte den langen und weiligen Tag ausgezeichnet, der Mannschaftsarzt kohordinierte aus der Ferne die Hopfengetränkevorräte und die Trainer kohordinierten die Spieler. Wobei wir Trainer uns darauf freuen, am nächsten Wochenende wieder die Angriffswellen und Abwehrreihen zu kohordinieren. Das macht ja doch deutlich mehr Spaß. Ungefähr so viel wie ein ordentlicher Halbzeit-Anschiss. Für alle. Ohne Ausnahmen.

Der SV 1880 München stolperte auch in der 2. Halbzeit unkohordiniert in die Niederlage und am Ende der Saison dem Abstieg entgegen. Trotz der kohordinierten Bemühungen sämtlicher Beteiligten. Scheint also nix dran zu sein an dieser kroatischen Wunderwaffe.


# Koordinationstest