Es sollte ein Handballfest werden am Karnevalssamstagabend – das Gegenteil war der Fall.
Denn als Fabian B. knapp vier Minuten vor dem Abpfiff der A-Jugend-Bundesligapartie zwischen der HVE Villigst-Ergste und dem HC Bremen/Hastedt beim Stand von 18:30 nach einem unglücklichen Aufprall liegen blieb, war der sportliche Teil in der Gänsewinkel-Halle plötzlich völlig unwichtig. Fabian, gerade erst von einer Gehirnerschütterung genesen, hatte sich eine Verletzung im Nackenwirbelbereich zugezogen und wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.
Skurrile Schlussminuten
Lust auf Handball hatte nach dieser halbstündigen Unterbrechung niemand mehr. Irgendwie zu Ende gespielt werden musste die Partie trotzdem, um eine Geldstrafe zu vermeiden – die Statuten des Deutschen Handballbundes sehen es so vor.
So wurde es skurril: In der verbleibenden Restspielzeit von 3:45 Minuten passten sich die beiden Mannschaften den Ball ohne jeglichen Wettkampfcharakter zu, begleitet von rhythmischen Klatschen auf der wieder mal proppenvollen Tribüne.
Aufmunterung
Man darf diese Reaktion der Zuschauer auch als Signal der Aufmunterung für das HVE-Team deuten, das nämlich in den 56 Minuten zuvor einen „gebrauchten Tag“ erwischt hatte. Denn von dem Vorhaben, nach sechs Niederlagen in Folge gegen den Tabellenletzten endlich mal wieder etwas Zählbares zu holen, war der Villigst-Ergster Nachwuchs meilenweit entfernt. Der hohe Rückstand zum Zeitpunkt der Verletzung war die Folge einer schwachen Gesamtleistung der HVE-Spieler, die offenbar mit der Situation, ausnahmsweise mal nicht als krasser Außenseiter ins Spiel zu gehen, nicht zurecht kamen. In der Abwehr bekam die HVE kaum Zugriff, vorne lieferte sie selten mehr als spielerisches Stückwerk ab. Und wenn es mal freie Wurfchancen gab, scheiterten die Gastgeber meist am starken Bremer Keeper.
11:18 – Halbzeitrückstand
So führte Bremen schon zur Pause mit 18:11 und zog nach Wiederanpfiff auf 21:11 davon. Es folgte die stärkste Villigst-Ergster Phase: Nils Krause, für den diesmal unglücklich haltenden Grabenstein zwischen den Pfosten, konnte sich auszeichnen und auf der Gegenseite gelangen Jannis M., Nils S., Philipp K. und Alex H. vier HVE-Tore in Folge zum 15:21 – ging da doch noch was? Nein. Bremen zog wieder davon und baute den Vorsprung sogar bis auf 13 Tore aus (30:17).
Glück im Unglück
Aber das Resultat trat wenige Minuten später ebenso in den Hintergrund wie der Fakt, dass die HVE Villigst-Ergste mit den Bremern die Tabellenplätze tauschte und nun Letzter ist. Viel wichtiger: Fabian B. hatte Glück im Unglück und konnte nach einer Nacht im Krankenhaus gestern schon wieder nach Hause.
Trainerstimme – am Tag nach dem Spiel
Dirk M.: „Zum Glück haben sich bei Fabian die schlimmen Befürchtungen, die man haben konnte, nicht bewahrheitet – das ist das Wichtigste. Zum Sportlichen: Das war ganz sicher unsere schwächste Saisonleistung. Die Ausgangslage war zum ersten Mal seit dem ersten Saisonspiel so, dass alle vorher gesagt haben: Heute muss es klappen. Aber irgendwie hat nichts funktioniert. Die Abwehr war viel zu passiv, im Angriff waren wir im gebundenen Spiel auch nicht gut. Es lief einfach nicht.“
Team: Leon G., Nils K., Nick M. – Jonas M. (1), Nils S. (7/5), Fabian B. (1), Jannis M. (3/1), Philipp K. (3), Alexander H. (1), Louis M. (1), Johannes S., Hendrik M., Robert S. (1), Jonas F. (1).
Quelle: ruhrnachrichten.de

























































